Entstehung des Kyokushin Karate

last update 24.11.2011

Kyokushin - Die endgültige Wahrheit

Karate, die Kunst des Kampfes mit der "nackten" Hand, wurde in Indien 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung erfunden.

Die Geschichte:
Diese Kampfkunst hat eine sehr lange Tradition, deren Ursprung in Indien angesiedelt wird. Dies jedenfalls behaupten Nachforschungen. Ein buddhistischer, indischer Priester namens Daruma (oder Bhodidarma), der die buddhistische Zen-Lehre in China verkünden wollte, praktizierte diese Kampfart, da er sich auf seinem Weg nach China nicht nur gegen wilde Tiere behaupten musste, sondern auch gegen die zahlreichen Wegelagerer. Da er jedoch prinzipiell keine Waffen trug, entwickelte er eine waffenlose Kampfkunst.
1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung traf Daruma beim Hof des Kaisers Wu in Chang'an (China) ein, reiste anschliessend in die Provinz Henan, d.h. zum Tempel Shaolin weiter, wo er nicht nur die Zen-Doktrin lehrte, sondern auch die Kampftechniken ohne Waffe, damals Shorin Kempo genannt. Daruma wird auch als Gründer des chinesischen Kempo, unterstützt von Zen-Meditationübungen, angesehen. Ausgehend vom Reich der Mitte breitet sich das Kempo immer mehr gegen den Norden, den Osten und den Südwesten des Landes aus und erreicht schliesslich die Mongolei, Korea und die Insel Okinawa. In Japan genoss diese neue Kampfkunst in der Kamakura-Epoche (1200 n.Chr.) ungeheure Popularität, da man bereits nach Selbstverteidigungstechniken suchte, weil die Obrigkeit der Bevölkerung den Besitz von Waffen verbot. Im Jahre 1901 konnte in Okinawa jedermann das heutige Karate erlernen. 1916 verlegte der damalige GroÃčmeister und eigentliche Pionier des heutigen Karate, Gichin Funakoshi, seine Tätigkeit von Okinawa nach Tokio.

Der Kyokushin-Stil:

Bedeutung:
kyoku - endgültig, vollendet
shin - Wahrheit
kai - verbinden, zusammentreffen

Der Gründer des Kyokushin Karate, Matsutatsu Oyama, geborener Yong-l-Choi am 27. Juli 1923 im Süden von Korea, begann als Neunjähriger in Südchina sich dem chinesischen Kempo zu widmen. Mit zwölf Jahren kannte er sich in den Kampfsportarten des chinesischen Kempo, des Judo und des Boxens aus. Als Oyama Gichin Funakoshi und sein Karate kennenlernte, war er sehr beeindruckt.
Oyama

Während langer Zeit trainierte Mas Oyama intensiv im Dojo Funakoshi's an der Universität von Takushoku und wurde mit zwanzig Jahren Yondan. Von da an vertiefte Oyama seine Kenntnisse im Judosport und er wurde ebenfalls Yondan in weniger als vier Jahren. Im Verlauf dieser Jahre weckte der Gojuryu bei Mas Oyama das Interesse, der diese Disziplin während ca. 2 Jahren ausübte. 1946 begab sich der 23-jährige Oyama mit seinem Gefolgsmann Yashiro auf den Berg Miobu in Japan, denn sie waren von den berühmten Musashi-Schriften inspiriert. In den Bergen, in völliger Abgeschiedenheit, trainierten die beiden unermüdlich. Nach einem halben Jahr verliess jedoch Yashiro die Einsamkeit, doch Oyama trainierte weiter, 12 Stunden am Tag. Nachts pflegte er im Schein der Kerze seinen Körper oder spielte auf einer japanischen Bambusflöte. Nach 14 Monaten verliess auch Oyama den Berg völlig gerüstet für die nationalen Meisterschaften in Japan, die er auch gewann.
1950 begann Sosai Oyama seine berühmten Kämpfe gegen Stiere, um der ganzen Welt seine Kraft und Stärke seines Karate zu demonstrieren. Oyama trat insgesamt gegen 52 Stiere an, wovon drei sofort getötet wurden und den andern 49 mit seinem Handkantenschlag (knifehand) die Hörner abgeschlagen wurden. 1952 besucht Oyama zum ersten Mal die USA, wo er ein Jahr lang weilte. Oyama trat gegen professionelle Boxer und Ringkämpfer an oder gegen jeden, der ihn herausforderte. Seine 270 Gegner landeten alle auf dem Boden, die meisten beim ersten Schlag. Keiner der Kämpfe dauerte länger als 3 Minuten. 1953 eröffnete Oyama sein erstes Dojo. Der eigentliche Beginn des Oyama-Karate fiel drei Jahre später mit der Eröffnung des Dojo hinter der Universität von Rikkyo zusammen.

Im Juni 1964 wurde das jetzige Welt-Hauptquartier Honbu offiziell eingeweiht. Anlässlich dieses Ereignisses verlieh Mas Oyama seinem Kampfstil auch die Bezeichnung "Kyokushin". Der Stil "der letzten Wahrheit" war definitiv geboren. Heute ist dieser Kampfstil in der ganzen Welt verbreitet, mit ca. 15 Millionen eingetragenen Mitgliedern.

Jene, die schon seit geraumer Zeit Kyokushin trainieren, wissen, dass das Leben eines Karatekas Beispiel ist für Opfer, Anstrengung und Konzentration. Ein echter Karateka ist mutig, bescheiden und korrekt. Er wird seinem Lehrer (Sensei) immer vertrauensvoll und bescheiden begegnen. Ein Sensei soll aber ebenfalls bescheiden bleiben, lernfähig sein und ein Psychologe und Freund.

Kyokushin-Karate in Berlin
Am 1. Februar 1967 wurde von Ingo Freier in Berlin. das erste feste Karate-Dojo in Deutschland eröffnet. Der Kyokushin-stil hatte es schwer, sich durchzusetzen. Die traditionellen Verbände konnten mit dieser neuen, kompromisslosen Art des Karate nicht viel anfangen und versuchten alles, um seine Weiterentwicklung zu verhindern.

Ingo Freier aber war Idealist genug, sich gegen alle Widrigkeiten durchzusetzen und diesen Karate-Stil weiter zu unterrichten, mit dem Erfolg, dass im März 1986 die Deutsche Kyokushinkai Organisation e. V. (DKO) ins Leben gerufen wurde. Nach weiteren Schwierigkeiten mit anderen Verbänden, die letztendlich auch gemeistert wurden. ist die DKO inzwischen eine international anerkannte Organisation, die durch Seminare, Demonstrationen und Turniere dazu beträgt, die Stilrichtung zu pflegen und weiterzuentwickeln. Das Karate-Dojo (Trainingshalle)
Ein Karate-Dojo Ist nicht irgendein Trainingsraum, vielmehr ist es der Ort, an dem man sich geistig und körperlich mit der Karate-Technik auseinandersetzt. Hier werden sowohl sportliche Fairness als auch die kämpferische Auseinandersetzung mit den anderen Karate-Studenten kultiviert. Es gibt feststehende Strukturen und Rituale, die am Beispiel des deutschen Honbu-Dojo hier dargestellt werden.

1. DIE TRAINER-HIERARCHIE
Dan-Träger werden im Dojo grundsätzlich nur mit Ihrem Titel angesprochen. Der Chef-Trainer, Shihan ab 5. Dan, ist oberste Autorität. zusammen mit den Sensei, ab 3. Dan, und den Sempai ist er verantwortlich für den ordnungsgemäÃčen Unterricht und eine umfangreiche Ausbildung der Karate-Studenten.

2. DIE DOJO-HAUSORDNUNG
Die offizielle BegrüÃčung beim Betreten des Dojo ist ein zweimaliges, lautes "OSU", das erste mal als Referenz an die derzeitigen Leiter (Sosai) der Organisation und alle ehemaligen Lehrer, das zweite mal als GruÃč an alle anwesenden Lehrer und Schüler. Wer zu spät kommt, muss warten, bis er vom Lehrer zum Mitmachen aufgefordert wird. Während des Unterrichts herrscht strenge Disziplin, Antworten erfolgen nur nach Aufforderung, ansonsten wird nicht gesprochen. Dadurch soll absolute Konzentration zum Erlangen der Bestleistung erreicht werden.

3. TRAININGSAUSRÃťSTUNG
Zur notwendigen Ausrüstung gehören Schienbein-Schützer mit Spannschutz, Tiefschutz und Sandsack-Handschuhe. Empfehlenswert sind auch Mundschutz und ein Springseil. Die Trainingskleidung besteht aus dem weiÃčem Karate-Gi mit den Kanji-Zeichen auf der linken Brustseite bzw. dem DKO-Kanku-Abzeichen auf dem linken Ãärmel, weiÃčer Gürtel. Kanji und Kanku sind geschützte Warenzeichen, und Karate-Gi's sowie jegliche Kleidung mit diesen Zeichen dürfen nur bei Kyokushinkai-Dojos erworben werden. Die Nägel sind kurz zu schneiden, lange Haare zusammen zu binden, Schmuck ist nicht erlaubt.

Getränke und Speisen jeder Art sind im Dojo verboten, dies gilt auch für Bonbons und Kaugummi!

4. KLASSENEINTEILUNG
Kinder 8-12 Jahre und 13-16 Jahre
Erwachsene 17-34 Jahre
Senioren ab 35, Jahre das Training unterscheidet sich in der Intensität, nicht in der Technik Wettkampf Klasse

PRÃťFUNGSORDNUNG

Prüfungen können alle drei Monate abgelegt werden, ab dem 3. Kyu alle sechs Monate.

GÃťRTELFARBEN
10-9 Kyu = weiÃč
8-7 Kyu = blau
6-5 Kyu = gelb
4-3 Kyu = grün
2-1 Kyu = braun
1-10 Dan = schwarz

ORGANISATIONS-AUFBAU

Honbu 1 Tokio (Hauptquattier)

ê

Erdteilorganisationen
Amerika, Asien, Europa, Australien

ê

Länderorganisationen

ê

Karateschulen

ê

Mitglieder

zurück